Lesezeit 3 Minute(n)

Gesellenprüfung bestanden und warum es das Fotografenhandwerk braucht

fotografenhandwerk ausbildung

Gesellenprüfung bestanden und warum es das Fotografenhandwerk braucht

Artikel Inhalt
Artikel Inhalt

Fotografenhandwerk – Gesellenprüfung bestanden und warum es das Fotografenhandwerk braucht

Normalerweise blogge ich regelmäßig und versuche im Schnitt alle 2 Wochen ein interessantes Thema aufzuarbeiten oder einfach ein paar Bilder aus den aktuellen Projekten und Produktionen zu zeigen. In den letzten 6 Wochen war es in meinem Blog aber ungewohnt still.

Das lag an der intensiven Vorbereitung und Durchführung der Gesellenprüfung im Fotografen-Handwerk. Die Prüfung und die vielen Aufgaben, die damit zusammenhängen,  sind seit Ende dieser Woche abgeschlossen. Ich freue mich, in ein paar Wochen den Gesellenbrief zu erhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie wird es auch im Handwerk leider keine Freisprechungsfeier geben.

Warum ich der Meinung bin, gerade in der Fotografie benötigen wir das Fotografenhandwerk und die Ausbildung

Die Geschichte der Fotografie um all ihre analogen oder digitalen Technologien und Entwicklungen reicht über 150 Jahre zurück, in dieser Zeit stellten sich Fotografen stets neuen Herausforderungen und Veränderungen. Ohne eine anständige und gute Wissensweitergabe wären wir vielleicht nicht da, wo wir heute sind.

Die Fotografie ist seither ein Handwerk, auch wenn das im 21. Jahrhundert immer weniger eine Rolle spielt und auch immer weniger so wahrgenommen wird. Dahinter steht eine große Berufsgruppe, welche als Teil des Handwerks und deren Innungen auch Interessen vertreten müssen und sollen.
Es geht auch darum, ein gewisses Maß an Qualität zu sichern, Fotografen zu fördern und dem Kunden ein Höchstmaß an Professionalität gewährleisten zu können. Ich weiß, das ist ein höchst subjektiver Punkt und sicher bedarf es keine Ausbildung, um erfolgreich zu sein. Dahinter steht vereinfacht gesagt, ein Mindestmaß an Verständnis zur Fotografie zu sichern.

Der Trend und die nicht vorhandene Meisterpflicht in der Fotografie

Der Trend geht allerdings in eine andere Richtung und auch die Politik hat mit der 2019 beschlossenen nicht Wiedereinführung der Meisterpflicht für die Freiheit der Fotografie gestimmt. Im Kern finde ich das eine gute Entscheidung, Fotografie ist und bleibt oft eine persönliche Sache, auch in der professionellen Fotografie entscheiden subjektive Dinge mehr, als objektive und fachliche. Doch das Berufsbild „Fotograf“ ist damit alles andere als bestärkt worden, sodass die schon erwähnte Wahrnehmung leidet.

Was unterscheidet einen Tischler von einem Fotografen aus der Sicht des Handwerks? Eine gute Frage, neben den offensichtlichen Tätigkeiten und den erforderlichen Wissensfeldern ist es vor allem der empfundene Wert! Fotografie ist ein schnelles Medium, einfach zu produzieren, billig zu verarbeiten und praktisch überall verfügbar. Aus diesem Grund scheint es beiläufig zu sein und es fehlt an vielen Stellen die korrekte Wertvorstellung. Meine Sicht darauf, was Bilder heute noch Wert sind, hatte ich schon mal in einem Beitrag beleuchtet.

Fotograf ist nicht gleich Fotograf

Fotograf zu sein ist also in erster Linie eine persönliche Sache. Sei es der Spaß am Medium oder einfach das Interesse. Das heißt aber nicht, dass eine handwerkliche Ausbildung nutzlos ist. Wenn du überlegst die Fotografie als Beruf zu verstehen, dann ist eine Ausbildung ein guter Weg, umfassendes Verständnis zum Medium Fotografie zu erlernen.

Genauso legitim ist es auch, frei zu sein und aus Erfahrungen zu lernen, was wir aber alle gemeinsam haben sollten, ist das tiefe Werteverständnis zur Arbeit mit der Kamera und Kommunikation mit Kunden.

Deshalb kann ich dich nur ermutigen, wenn Fotografie für dich mehr ist als ein Hobby, eine Ausbildung zu absolvieren. Sei als klassische handwerkliche Ausbildung oder ein Studium. Viele weitere Informationen zur Fotografen-Ausbildung sind hier hervorragend zusammengefasst.

 

Folgende Bildserie entstand im Rahmen der Gesellenprüfung, mit der Aufgabe einer Serie zum Thema „Digitale Auszeit“ zu erstellen.