Das war mein Wings for Life World Run 2020

von Stefan

Wings for Life World Run 2020 – So war meine erste Teilnahme

Wings for Life World Run , davon hab ich schon seit ein paar Jahren immer wieder gelesen und gehört. Doch bis zur ersten Teilnahme sollte eine lange Reise und Entwicklung hinter mir liegen. Nun gut, erstmal für die, die nicht wissen was sich hinter dieser ganz besonderen Sportveranstaltung verbirgt:

 

Der „Wings for Life World Run“ hat das Ziel für die zu laufen, denen es leider vergönnt ist! 100% der Startgelder werden der Knochenmarksforschung gespendet und da kommt jedes Jahr eine hohe Summe zusammen!

 

Mich berührt es, dass Läufer überall auf der Welt für eine Sache einstehen und ein Stück ihres eigenen Laufgefühls- und Lauffreiheit zurückgeben können. Denn Laufen zu können ist eben für viele Menschen nicht selbstverständlich!

 

Corona verändert die Laufszene und Wettkämpfe

Falls du dich fragst wie ich einen Wettkampf in Zeiten von Corona laufen konnte? Die Lösung ist ganz einfach, jeder läuft für sich allein! Das Internet springt sozusagen ein und verbindet alle Läufer auf der Welt.

Diese Veränderung und Entwicklung habe ich seit ein paar Wochen verstärkt wahrgenommen, große und kleine Veranstaltungen sind abgesagt worden, doch noch einer kleinen Schockstarre kommt es nun zu einer gewaltigen Revolution. Nicht nur auf Seiten der Art und Weise von Laufveranstaltungen, sondern auch mit der Laufbegeisterung- und Bereitschaft. Noch vor 50 Jahren war Laufen verpönt, ungesund und gesellschaftlich nicht anerkannt (ich empfehle jedem Laufinteressierten den Film „Free to Run“) nach einer Welle um die 2000er befinden wir uns nun in einer weiteren Welle. Ich bin gespannt wo das noch hinführt und wie nachhaltig sich die Laufszene durch Corona verändern wird.

 

Das war mein erster Wettkampf gesteuert von einer App

Normalerweise funktioniert der Wings for Life World Run nach einem einfachen Prinzip. Alle Starten gleichzeitig und eine klare Ziellinie gibt es nicht, denn wann das Rennen vorbei ist wird durch die eigene Geschwindigkeit bestimmt. Hier kommt das „catch-car“ ins Spiel, einige Minuten nach dem Start fährt es los, wird schneller und schneller und sammelt so jeden Läufer ein.

Der Wings for Life World Run in 2020 konnte jedoch nicht regulär stattfinden, eine App hat das ganze simuliert. Der Start war global für alle gleich, was wirklich ein komisches Gefühl war, zu wissen das gerade mit mir tausende andere Läufer auf der ganzen Welt los laufen. Nach dem Start wurde via GPS die Position und gelaufene Entfernung gemessen. Jeden Kilometer wurden Ansagen gemacht, welche wirklich gelungen und unterhaltsam waren.

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wings for life world run 2020 – Wettkampf mit der App

 

Gefangen nach 28,90 Kilometer und einer ganz besonderen Erfahrung

Ich bin noch nie über die 21,1 bzw. Halbmarathon Distanz gelaufen, umso erstaunter war ich wie leicht es mir Heute gefallen ist. Nach 28,90 Kilometer hat mich das virtuelle „catch-car“ eingefangen und das Rennen war vorbei. Bis Kilometer 25 hatte ich kein Gefühl eines Einbruchs, was sicher auch auf die vielen Trainingseinheiten und das tolle Trainingscamp in Monte Gordo zurück zu führen ist.

Gemeinsam mit meiner lieben Julia haben wir den Lauf von Anfang an so behandelt, als ginge es mit tausenden anderen Läufern an den Start. Da gehört natürlich eine gut überlegte Strecke, eine Startnummer, eine Startlinie und eine Verpflegungsstelle.

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wings for life world run 2020 – mit Startnummer, so realistisch wie möglich

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wings for life world run 2020 – mit Startnummer, so realistisch wie möglich

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Offizielles Starter-Foto (Julia und ich)

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wings for life world run 2020 – die Verpflegungsstelle 🙂

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wings for life world run 2020  – los gehts!

 

Ich muss sagen, ich war überrascht und begeistert von den Passanten, mich haben tatsächlich Leute angesprochen und spontan haben bekannte Vereinskollegen an der Strecke gestanden und applaudiert. Ich hatte das Gefühl, das hat sich irgendwie während des Laufens rumgesprochen. Ja, das zeigt wie sehr wir alle unter der aktuellen Situation leiden und uns nach Mitmenschlichkeit- und Zugehörigkeit sehnen.

Zur App hab ich aber auch eine negative Anmerkung, bie vielen Läufern ist das GPS Signal wohl nicht immer da gewesen, hier wurden einige Läufer ihrer Ergebnisse beraubt, sicher ein individuelles Device-Problem, dennoch schade!

 

Was bleibt: Du weist nie wo deine Grenzen sind!

 

Wenn ich etwas aus dem 3.Mai 2020 und diesem Lauf mitnehme, dann in aller erster Line die Erkenntnis wie schnelle sich Grenzen verschieben können.

 

Für mich persönlich habe ich heute eine Grenze überschritten, nicht nur in der Distanz, sondern auch in der mentalen Stärke, denn eine Situation anzunehmen, anzupassen und das Beste herauszuholen ist die richtige Flexibilität, die jeder von uns in diesen Tagen braucht!

 

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wings for life world run 2020 – wieder glücklich an der Startlinie

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wings for life world run 2020 – die Belohnung danach 🙂