Wo die Identifikationen enden,
beginnt die wahre Identität.

Andreas Tänzer

Prolog

Auf der Suche nach einem starken Symbol, welches zur Corona-Pandemie in direkter Verbindung steht und zur plakativen Ansprache werden kann, sind mir die vielen liegengebliebenen Masken auf der Straße aufgefallen. All diese Masken sind wahrscheinlich auch getragen worden. Die direkte Frage, die sich mir damit stellt, ist: Welche Menschen sind das, die mit der Maske ein Teil ihres Gesichts verdecken. Um eine Metapher und kommunikative Brücke zwischen dem Symbol der Maske und den Menschen zu schlagen, besteht der zweite Teil der Arbeit aus verschiedenen Gesichtern. Die Gesichter sind von Nase bis Kinn fotografiert, genau der Bereich, der durch eine Schutzmaske verdeckt wird. Damit soll der Diskurs angeregt werden, denn auch die fotografierten Gesichter könnten beliebig sein und sind keiner Person klar zuzuordnen.

Gesicht und Maske gehören zwar zusammen, sind aber austauschbar. Wer hat diese Maske getragen? Wo und wie lange war die Maske schon auf der Straße? Welcher Mensch steckt dahinter? Wie ist dieser Mensch von der Pandemie betroffen und welche gesellschaftliche Rolle oder Maske trägt er?

Diese Ausgangssituation soll genutzt werden, um in einen nötigen Diskurs einzusteigen. Themen über Gesundheit, Individualität, die Gesellschaft der Zukunft, Identität und unser aller gemeinsames Zusammenleben, stehen hinter diesen Bildern.

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