KI-Praxisnachweis · ArbeitsprobeVom Bildarchiv zum
intelligenten Arbeitskatalog

Ein reales KI-Projekt zwischen Vektorsuche, Kuration und Content-Prozess. Produktiv im Einsatz auf stefanfranke.eu.

Detailaufnahme einer Sanddüne im Abendlicht

Kurz erklärt

Mein Ausgangspunkt: Über 80.000 eigene Fotos aus 15 Jahren. Wenn ich ein bestimmtes Bild brauchte, habe ich gesucht wie im Heuhaufen.

Was ich umgesetzt habe: Ein System, das jedes meiner Bilder automatisch beschreibt und verschlagwortet. Ich suche in normaler Sprache, etwa „ruhige Stimmung, Abendlicht“, und bekomme passende Serien-Vorschläge gleich dazu.

Mein Ergebnis: Aus meinem passiven Archiv wurde ein Arbeitswerkzeug, das ich seit Monaten täglich nutze. Die KI übernimmt die Fleißarbeit, die Auswahl und Freigabe behalte ich.

Die Kapitel darunter zeigen, wie das funktioniert und welche Entscheidungen dahinterstehen.

Ausgangslage

Das Problem war kein Speicherproblem

80.000

Aufnahmen im Lightroom-Archiv, gewachsen seit 2010. Rund 1.900 davon liegen heute im Media Pool, der Bestand wandert laufend nach.

  • Ordner kennen Datum und Ablageort. Sie kennen weder Bedeutung noch Bildwirkung oder Zusammenhang.
  • Manuelle Verschlagwortung skaliert nicht. Sie bricht genau dann ab, wenn der Bestand wächst.
  • Ein Bestand ohne Zugriff ist ein Lager, kein Werkzeug.

Dieselbe Frage stellt sich bei Produktdaten, Dokumentationen und Servicewissen: wie wird aus einem passiven Lager ein aktives Werkzeug?

Die Mediathek des Media Pools mit Suchfeld, Filtern und Bildraster
Die Mediathek im laufenden Betrieb: Suche, Filter, Kuration.

Denkmodell

Vier Verarbeitungsebenen statt einer Universal-KI

Nahaufnahme von Sandrippeln in einer Düne im Abendlicht
Ein Bild aus dem Pool. Alle Werte stammen unverändert aus der Datenbank.

„Nahaufnahme von Sandrippeln in einer Düne“ · sand, düne, textur, wellenmuster, abendlicht

Jede Teilfrage bekommt das Werkzeug, das sie beantworten kann. Kein Modell beantwortet alle vier gleich gut.

Architektur

Eine bewusste Kombination, keine Werkzeugliste

Analyse beim Upload

Gemini

Sprachliche Bildanalyse

Zugekauft, pro Bild bezahlt

SigLIP 2

Vektorisierung

Selbst gehostet auf einem VPS in Deutschland

pHash

Identitätsprüfung

In der Anwendung, Laufzeit in Millisekunden

Datenfluss

01

Upload

Lightroom-Plugin, Browser, Telefon

02

Cloudflare R2

Bildspeicher, skalierbar und günstig

03

Supabase · Postgres mit pgvector

Metadaten, Vektoren, Filter, Ähnlichkeit

04

Next.js auf Vercel

Anwendung, Admin und Ausspielung

NachtlaufVektorisierung nachholen · Cluster neu rechnen · Serien-Radar aktualisieren · Hubness messen

Die Aufteilung folgt Kosten, Datenfluss, Laufzeit und Betriebsverantwortung: Sprachverstehen kaufe ich ein, die wiederkehrende Vektorisierung hoste ich selbst, die Identitätsprüfung bleibt in der Anwendung.

Prozess

Vom Upload bis zur Veröffentlichung

01

Hochladen

Bilder kommen aus Lightroom, aus dem Browser oder vom Telefon in den Pool.

02

Sofort analysieren

Beschreibung, Tags, Kurationsachsen und pHash entstehen in Sekunden.

03

Nachts verdichten

Der Nachtlauf ergänzt Embeddings, rechnet Cluster und schlägt Serien vor.

04

Kandidaten finden

Semantische Suche, Ähnlichkeit und Cluster reduzieren den Bestand auf eine Handvoll Bilder.

05

Kuratieren

Ich prüfe, korrigiere, ordne und entscheide. Ohne diesen Schritt geht nichts weiter.

06

Veröffentlichen

Freigegebene Bilder fließen in Serien, Beiträge, Sammlungen und auf die Website.

KI schlägt vor. Der Mensch entscheidet.

Erst diese Trennung macht das Ergebnis belastbar: das System verkleinert den Suchraum, das Urteil bleibt beim Menschen.

Verantwortung und Umsetzung

Meine Rolle im Projekt

Ich habe das Projekt fachlich konzipiert und gesteuert: vom Ausgangsproblem über die Produktlogik bis zur Qualitätsprüfung im laufenden Betrieb.

KI-gestützte technische Umsetzung

Die Anwendung entstand iterativ im Dialog mit Claude Code. Ich formulierte Anforderungen, entschied über Architektur und Prozesse, prüfte Ergebnisse und integrierte die Komponenten.

01

Problem und Zielbild

Bedarf aus dem eigenen Arbeitsalltag analysiert und Erfolgskriterien für Suche, Kuration und Veröffentlichung festgelegt.

02

Fach- und Prozesskonzept

Den vollständigen Ablauf vom Upload bis zur menschlichen Freigabe entworfen und auf einen realistischen Betrieb ausgerichtet.

03

Architekturentscheidungen

KI-Bausteine nach Aufgabe, Kosten, Datenfluss, Laufzeit und Betriebsverantwortung ausgewählt und kombiniert.

04

Umsetzungssteuerung

Anforderungen präzisiert, Zwischenstände getestet, Fehlerbilder eingegrenzt und die Lösung iterativ weiterentwickelt.

05

Qualität und Betrieb

Reale Daten geprüft, Schwächen dokumentiert, Datenzugriffe begrenzt und den Human-in-the-Loop-Prozess verankert.

Methoden im Projekt

Prozessanalyse und ZielbildAnforderungsdefinitionMake-or-Buy-EntscheidungenHuman-in-the-Loop-DesignIterative Umsetzung mit KI-Coding-AgentPrompt-Design und Modell-AuswahlEvaluierung an realen DatenDatenschutz by Design

Werkzeuge im Projekt

Gemini APISigLIP 2 (Vektor-Embeddings)Postgres mit pgvectorCloudflare R2Next.js / TypeScript auf VercelClaude CodeLightroom-Anbindung

Mein Beitrag liegt an der Schnittstelle von Fachbedarf, Technologie und verantwortbarer Anwendung.

Entscheidungen und Grenzen

Die Qualität liegt auch in dem, was das System nicht tut

Vokabular statt Freitext

Freie Tags werden normalisiert, feste Achsen verhindern auseinanderlaufende Begriffe.

Zwei getrennte Räume

Bildähnlichkeit und Textbedeutung werden getrennt bewertet, weil ein Modell nicht jede Frage gleich gut beantwortet.

Gemessene Schwächen

Bilder, die zu vielen Suchen zu gut passen, werden erkannt und im Ranking gedämpft.

Daten mit Grenze

Kundenbilder bleiben vom KI-Analysepfad getrennt, RAW-Originale bleiben im lokalen Archiv.

Bewusst offen gehalten

Parameter bleiben konfigurierbar und werden mit wachsendem Bestand neu bewertet.

Serien-Vorschlag aus der Werkstatt: Raster aus 39 Schattenbildern
Vorschlag aus der Serien-Werkstatt: 39 Bilder, aufgenommen zwischen April 2020 und Februar 2026. Ein wiederkehrendes Motiv, das ich selbst nie als Projekt geplant hatte. Das System hat es gefunden, ausgewählt habe ich.

Übertrag

Was davon auf Geschäftsprozesse übertragbar ist

Media PoolÜbertragbarer Geschäftskontext
Bilder und MetadatenProdukte, Dokumentationen und Servicewissen
Semantische BildsucheNatürlichsprachliche Produkt- und Wissenssuche
Kontrollierte KurationsachsenProduktattribute, Rollen und Geschäftsregeln
Cluster und ÄhnlichkeitProduktfamilien, Themen und wiederkehrende Fälle
Menschliche KurationFachliche Prüfung und Freigabe
Publishing in KanäleÜbergabe an Shop, CRM, Service oder Vertrieb

Das übertragbare Prinzip

Prozess zuerst. Spezialisierte KI-Bausteine kombinieren statt ein Modell für alles. Datenzugriffe kontrollieren. Die Entscheidung dort lassen, wo die Verantwortung liegt.

Das Projekt ist kein B2B-System und behauptet das auch nicht. Übertragbar ist das Vorgehen: ein unstrukturierter Bestand wird zugänglich gemacht, ohne die fachliche Entscheidung aus der Hand zu geben.

Der Bilddatenpool ist ein Beispiel

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Wie ich Kundenprozesse, Produktbilder und Arbeitswissen angehe, was ich daraus gelernt habe und wie ich auf die Zukunft der Arbeit blicke.

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