Was KI-generierte Bilder Ihrem Unternehmen wirklich kosten

KI-Bilder sind schnell, günstig und technisch kaum noch von echten Fotos zu unterscheiden. Genau das ist das Problem.
Bild von Stefan Franke

Stefan Franke

Fotograf & Bildstratege aus Fulda

Auf einen Blick

Inhalt

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Vor einigen Monaten rief mich eine HR-Leiterin eines mittelständischen Unternehmens an. Sie hatte gerade ihre neue Karriereseite live gestellt, mit frischen Bildern, modernem Look, diversen Gesichtern. Die Resonanz war verhalten. Bewerbungen kamen kaum. Auf meine Frage, woher die Bilder stammten, folgte eine kurze Pause: „Wir haben das intern mit KI gemacht. Es war so viel einfacher.“

Einfacher, ja. Aber nicht kostenlos.

Ich erzähle diese Geschichte nicht um zu urteilen. Ich erzähle sie, weil sie symptomatisch ist für etwas, das ich gerade überall beobachte: Unternehmen greifen zu KI-generierten Bildern, weil der kurzfristige Aufwand minimal ist. Was sie dabei übersehen, zeigt sich erst später, in ausbleibenden Bewerbungen, in einem Markengefühl das irgendwie nicht trägt, in Mitarbeitern die sich auf der eigenen Unternehmenswebsite nicht wiederfinden.

Das unterschwellige Gefühl, das alles verändert

Menschen sind außerordentlich gut darin, Unechtheit zu spüren, auch wenn sie sie nicht benennen können. KI-generierte Bilder haben heute eine technische Qualität erreicht, bei der selbst geübte Augen ins Stocken geraten. Und trotzdem passiert etwas im Betrachter: ein leises Unbehagen, ein kurzes Zögern, das Gefühl unter Generalverdacht gestellt zu werden.

Dieser Verdacht ist nicht irrational. Er ist eine angemessene Reaktion auf eine Kommunikation, die Echtheit verspricht aber keine liefert. Für HR-Verantwortliche und Marketingleiter ist das eine unbequeme Wahrheit: Die Bilder auf Ihrer Karriereseite oder in Ihrer Unternehmenskommunikation sagen Ihren Bewerbern und Kunden mehr über Ihre Haltung als jeder Imagetext darunter.

Was generierte Bilder wirklich kosten: drei konkrete Ebenen

Differenzierung. KI-Generatoren trainieren auf denselben Daten, bedienen dieselben Ästhetiken, liefern denselben Look. Das Ergebnis ist eine visuelle Beliebigkeit, bei der sich Karriereseiten von Unternehmen aus völlig verschiedenen Branchen kaum noch unterscheiden lassen. Moderne Büros, die wie moderne Büros aussehen sollen. Teams, die wirken wie Teams wirken sollen. Was dabei verloren geht, ist genau das, was ein Unternehmen eigentlich ausmacht.

Vertrauen. Fachkräftemangel ist 2026 keine abstrakte Bedrohung mehr. Gute Bewerber haben die Wahl, und sie entscheiden nicht nur nach Gehalt oder Aufgabe. Sie entscheiden danach, ob sie sich vorstellen können, dort zu arbeiten. Dafür schauen sie auf Fotos. Echte Menschen in echten Situationen schaffen Identifikation. Generierte Bilder schaffen Distanz, oft unbewusst, aber messbar.

Recht. Seit dem EU AI Act gilt: KI-generierte Bilder, die echte Menschen oder Situationen darstellen sollen, müssen als solche gekennzeichnet werden. Die genauen Umsetzungspflichten entwickeln sich noch, aber die Richtung ist eindeutig. Unternehmen, die heute ungekennzeichnete KI-Bilder in ihrer Unternehmenskommunikation einsetzen, bewegen sich in einer Grauzone, die sich in den nächsten Jahren lichtet. Nicht zu ihren Gunsten.

Was beim Shooting mit der Caritas passiert ist

Bei einem Shooting mit der Caritas war von Beginn an klar: Die Mitarbeitenden sind das Herzstück der Kommunikation. Keine inszenierten Arbeitsszenen, keine gestellten Situationen. Nur Portraits, so natürlich wie möglich, von Menschen die jeden Tag mit und für andere Menschen arbeiten.

Was ich dabei beobachtet habe, hat mich ehrlich überrascht. Das Shooting selbst wurde zum kleinen Ereignis im Arbeitsalltag. Kolleginnen und Kollegen, die sich sonst kaum begegnen, kamen zusammen. Manche waren nervös, manche neugierig, fast alle am Ende überrascht, wie angenehm es war. Mehrere sagten mir, sie hätten sich noch nie so wahrgenommen gefühlt als Teil von etwas Gemeinsamem.

Die Bilder werden heute auf der Website und in internen Geschäftsberichten eingesetzt. Aber der eigentliche Effekt war ein anderer: Die Mitarbeitenden erkennen sich darin wieder, weil sie es wirklich sind. Nicht eine Version von sich, die ein Algorithmus für plausibel hält. Sie selbst.

Das ist etwas, das kein Generator leisten kann. KI kann Mitarbeitende nicht abbilden, weil die Mitarbeitenden schlicht nicht da waren.

Ich bin nicht gegen KI

Das muss ich an dieser Stelle klar sagen, auch wenn es aus meiner Perspektive als Fotograf vielleicht überrascht.

Ich arbeite selbst täglich mit KI-Werkzeugen, für Retusche, für Bildbearbeitung, für Texte, für die Organisation meines Büros. KI hat berechtigte Einsatzgebiete und ich nutze sie. Aber Menschen sind keine Aufgabe, die sich automatisieren lässt. Und die Kommunikation, mit der ein Unternehmen Vertrauen aufbaut, bei Kunden, bei Bewerbern, bei der eigenen Belegschaft, braucht genau das, was generierte Bilder strukturell nicht liefern können: den echten Moment.

Was ein halber Tag Shooting bringt

Ein halber Tag Corporate-Shooting ergibt in der Regel 80 bis 120 verwendbare Bilder. Portraits, Teamfotos, Arbeitsszenen, Details. Bilder, die auf Websites, LinkedIn, in Ausschreibungen und Präsentationen über Monate und Jahre eingesetzt werden.

Ein kurzes Rechenbeispiel: Ein Shooting kostet Sie einen halben Arbeitstag und ein überschaubares Budget. Die Bilder nutzen Sie zwei Jahre lang, auf der Karriereseite, auf LinkedIn, in Präsentationen und Angeboten. Pro eingesetztem Bild sprechen wir von wenigen Cent. Eine einzelne offene Stelle, die drei Monate länger unbesetzt bleibt, weil die Karriereseite keine Identifikation schafft, kostet ein mittelständisches Unternehmen nach gängigen HR-Schätzungen zwischen 15.000 und 30.000 Euro in Produktivitätsverlust und Recruiting-Aufwand.

„Eine Lüge, die gut erzählt wird, ist immer noch eine Lüge.“ — sinngemäß nach Mark Twain

Vor diesem Hintergrund ist Fotografie keine Ausgabe. Es ist eine Entscheidung dafür, wie ernst Sie Ihre eigene Außendarstellung nehmen.

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