KI-Foto-Report 2026: Was sich wirklich verändert hat

KI-Foto-Report 2026: Was sich wirklich verändert hat

Wer hier schreibt

Hi, ich bin Stefan Franke (38) aus Fulda. Ich liebe Fotografieren, Reisen, Calisthenics und Laufsport. In meinem Blog schreibe ich über fotografische Themen, inspirierende Künstler, spannende Technik, persönliche Gedanken – und darüber, wie sich Leben, Kreativität und Bewegung verbinden lassen.

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Stefan Franke

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Ein Jahr später mit KI in der Fotografie, ein Modell hat alles verändert und mein Tool-Stack ist geschrumpft. Mein ehrlicher Report, was sich wirklich verändert hat und wo ich heute stehe.

Dieser Artikel fasst meine bisherigen KI-Foto-Reports zusammen, aktualisiert sie und ordnet ein, wo wir Anfang 2026 stehen. Persönlich, ehrlich, ohne Hype.

Ein Jahr KI Fotografie: Der Moment, der alles verändert hat

Ich hätte mir in meiner Ausbildung, in meinem Studium, niemals vorstellen können, dass KI Fotografie mal auf diesem Level ankommt. Und ich sage das als jemand, der seit Midjourney V3 mit Bildgeneratoren arbeitet und die Entwicklung über die Jahre verfolgt hat.

Google NanoBanana Pro ist daKI-generiert

Aber was in den letzten zwölf Monaten passiert ist, hat nochmal eine andere Qualität. Der Moment, der für mich den Unterschied gemacht hat, war die Veröffentlichung von Googles Nano Banana. Nicht weil es nur ein weiteres Modell war, sondern weil es etwas fundamental verändert hat: Bildgenerierung ist artefaktfrei geworden. Du kannst generierte Bilder nicht mehr zuverlässig von echten Fotos unterscheiden. Texte in Bildern stimmen, Hände sehen aus wie Hände, und die Genauigkeit bei Details ist auf einem Niveau angekommen, das ich vor zwei Jahren für unmöglich gehalten hätte.

Was mich daran am meisten beschäftigt: Die ganze Spielerei, die ich in den Jahren davor so durchlebt habe, das Experimentieren mit Prompts, das Staunen über halbwegs brauchbare Ergebnisse, das war plötzlich beiseitegeschoben. Nano Banana hat aus einem Spielzeug ein ernsthaftes Werkzeug gemacht. Einfache Bildbearbeitung kannst du damit komplett erledigen, ohne Photoshop zu öffnen. Formate zuschneiden, Elemente entfernen, Hintergründe anpassen. Und wenn du Bilder in JSON-Format zerlegst, kannst du wirklich extrem detailliert an einzelnen Bildelementen arbeiten.

KI Bilder mit json

Der Schub war so enorm, dass er selbst große Unternehmen wie Adobe in Zugzwang gebracht hat. Und für mich persönlich hat er eine Frage in den Vordergrund gerückt, die vorher eher theoretisch war: Wie setze ich das in meinem beruflichen Alltag sinnvoll ein, ohne meine eigene Linie zu verraten?

Fotografie ist nicht KI. Und wird es nie sein.

Diesen Punkt habe ich schon in meinem ersten KI-Foto-Report gemacht, und er ist in den letzten zwölf Monaten nur wichtiger geworden. Der Deutsche Fotorat hat es 2023 auf den Punkt gebracht: Fotografie entsteht durch das Einfangen von Lichtphotonen auf einem Sensor. Bildgenerierung entsteht durch statistische Muster aus Trainingsdaten. Das sind zwei grundverschiedene Prozesse, auch wenn das Ergebnis auf dem Bildschirm immer ähnlicher aussieht.

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Vancouver – 2025

Warum ist das so wichtig? Weil die Grenzen verschwimmen. Und weil es einen Unterschied macht, ob du ein Bild siehst, das einen echten Moment festhält, oder ein Bild, das so tut als ob. Dieses Vertrauen, das in einem echten Foto steckt, das ist das, wovon Fotografie lebt. Ein generiertes Bild kann technisch perfekt sein. Aber es hat keinen Moment festgehalten, weil es keinen Moment gab.

Für mich als Fotografen heißt das: Ich nutze KI als Werkzeug, aber nie als Ersatz für das, was vor meiner Kamera passiert. Wenn ich für die Caritas fotografiere, wenn ich ein Unternehmen porträtiere, wenn ich eine Hochzeit begleite, dann sind diese Bilder echt. Daran ändert auch das beste Modell der Welt nichts.

Mein Tool-Stack 2026: Weniger ist mehr

Was sich verändert hat seit dem letzten Report: Ich nutze weniger Tools als vor einem Jahr. Klingt paradox, weil die Auswahl explodiert ist. Aber genau das ist der Punkt. Die KI-Welt entwickelt sich so schnell, dass du deine kognitiven Ressourcen gezielt einsetzen musst. Sich in zehn Tools gleichzeitig zu verlieren bringt nichts. Das gilt im Grunde für alles rund um KI.

Für die Bildgenerierung bin ich bei Nano Banana 2 und Freepik geblieben, für den Foto-Workflow bei Evoto und Neurapix. Midjourney und Flux sind bei mir rausgeflogen. Neu im Stack ist Claude Code, mit dem ich seit Anfang des Jahres eigene Tools und Workflows baue. Den ausführlichen Überblick mit allen Tools, Preisen und Workflow-Tipps findest du im aktualisierten KI-Tools-Artikel.

August 2026: Die Kennzeichnungspflicht kommt

Ab dem 2. August 2026 tritt Artikel 50 des EU AI Act in Kraft. KI-generierte Bilder, die realistisch wirken, müssen dann maschinenlesbar und menschlich erkennbar gekennzeichnet werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der finale Code of Practice wird für Juni 2026 erwartet, also zwei Monate vor Inkrafttreten.

Technisch soll das über eine Kombination aus digital signierten Metadaten (C2PA, IPTC) und nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen auf Pixelebene funktionieren. Keine einzelne Technik reicht aus, Anbieter müssen mindestens zwei Verfahren kombinieren.

Ich finde das im Grunde total gut und für unser gesellschaftliches Zusammenleben sehr wichtig. Wie es meinen Arbeitsalltag konkret betrifft, ist noch schwer zu sagen. Wenn ich es mal vergleiche: Früher wurden Fotos auch mit Photoshop manipuliert. Die sind zwar nicht von Grund auf generiert gewesen, aber eine gewisse Kennzeichnungspflicht hätte man da eigentlich auch schon einführen müssen.

Im redaktionellen Kontext, also wenn ich im Blog KI-generierte Bilder nutze, kennzeichne ich das schon heute. Das ist für mich selbstverständlich. In der Zusammenarbeit mit Kunden nutze ich KI in der Inspirations- und Moodboard-Phase, und das wird auch offen kommuniziert. Das Feedback ist durchweg positiv, gerade weil es transparent passiert.

Im Übrigen habe ich mir ein kleines WordPress Plugin gebaut, mit dem ich für jedes Bild einen kleinen „KI-generiert“ Hinweis setzen kann. Ein schönes kleines Beispiel, wie du selbst mit kleinen Programmen WordPress oder deine Tools erweitern kannst.

kennzeichnungspflicht ki generiert plugin wordpress

Aber ich könnte mir schwer vorstellen, Kunden echte Fotografie zu verkaufen und dann im Ergebnis doch mit Bildgenerierung zu arbeiten. Wenn du sagst, du machst ehrliche Fotos, dann müssen die auch ehrlich sein.

Wo ich heute stehe

Im letzten Report habe ich geschrieben, dass ich Bildgeneratoren anfangs großschnäuzig belächelt habe. Das liegt jetzt drei Jahre zurück, und meine Haltung hat sich weiterentwickelt. Nicht grundlegend, aber in der Nuance.

Ich nutze KI-Bildtools heute weniger als vor einem Jahr für Bildgenerierung. Das klingt widersprüchlich, weil die Tools so viel besser geworden sind. Aber genau das ist der Punkt: Als es noch Spielerei war, habe ich mehr experimentiert. Jetzt, wo es ein ernstes Werkzeug ist, setze ich es gezielter ein. Moodboards, Inspiration, Konzeptionsphase. Nicht im Endergebnis.

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Vancouver – 2025

Was mich in der Fotografen-Szene beschäftigt: Es gibt die, die eher negativ eingestellt sind und vor allem die Gefahren sehen. Und es gibt die, die offen experimentieren und sich an der Technologie erfreuen. Die Summe daraus ist eine diffuse Mengenlage. Keiner weiß so richtig, in welche Richtung sich das entwickelt, wie es den Job weiter verändern wird. Das verändert sich natürlich jetzt schon massiv, und das schürt Ängste.

Für mich persönlich ist die Antwort auf die Frage nach KI Fotografie klar: Ich bin fasziniert von der Technologie, ich nutze sie wo es Sinn macht, aber ich ersetze damit nicht das, was mich als Fotografen ausmacht. Den Moment, der vor meiner Kamera passiert. Die Menschenführung, die dafür sorgt, dass ein Geschäftsführer natürlich aussieht. Das Auge für Licht und Komposition, das kein Prompt ersetzen kann.

Was mich trotz allem freut: Dass KI in den Alltag gerückt ist und Menschen animiert, sich damit zu beschäftigen. Dass wir als Gesellschaft lernen, mit dieser Technologie umzugehen, auch wenn der Weg dahin holprig ist. Und dass die Frage „Was ist echt?“ wieder eine Bedeutung bekommt, die sie in der Fotografie immer hätte haben sollen.

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