Lightroom 11.0 – das wichtigste Update seit Jahren!

Seit im Februar 2007 die erste Version, der von Adobe entwickelten Software Lightroom auf dem Markt kam, hat sich eine Menge verändert in der Fotografie. Die Fotografie ist digitaler denn je und doch hatte ich immer das Gefühl, das Entwicklerteam ist zu zurückhaltend. Bis jetzt?

Lightroom 11.0 Update und der wohl größte Schritt nach vorn?

Zugegeben, vor dem Update war das Leben und Arbeiten mit Lightroom meist eine Mischung aus: ah hier ein bisschen Belichtung und Schärfe, da ein kleiner Radialfilter und ups – „CMD + E“. Wenn du bereits länger mit Lightroom arbeitest, kennst du diesen Shortcut wohl zu gut – „öffnen in Photoshop“. Es ging einfach nicht ohne Photoshop, denn alles, was mit dem selektiven Auswählen von Masken, Farb- oder Luminanz-Bereichen zu tun hatte, war einfach nur eingeschränkt möglich. Und ich würde behaupten, neben klassischen Retusche Arbeiten ist das ein Bereich in der Bildbearbeitung, der in fast jedem Bild verändert wird (insbesondere in der Landschaftsfotografie).

Im Lightroom 11 Update geht Adobe nun endlich den richten Schritt und nach den ersten 2 Wochen mit den neuen Tools, muss ich sagen, hier wurde in der Umsetzung nicht gegeizt und vor allem mit viel Qualität in der Umsetzung. Letztendlich ist es eine gelungene Mischung aus den Ebenen-Masken aus Photoshop und den bereits bekannten Auswahlwerkzeugen.

 

luminar 11 update test 001
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KI hält immer mehr Einzug –  steht Adobe unter Druck?

Ich verfolge mit großer Freude die Entwicklung der digitalen Bildbearbeitung durch KI und Machine Learning. Die Aussichten sind vielfältig und versprechen eine automatisierte Bildbearbeitung frei von Barrieren wie ein Gefühl für Bilder und Stimmungen (was wiederum sicher ein eigener, kritischer Beitrag wert wäre). Seit Skylum mit Luminar AI das Experimentierstadium mit KI für die Bildbearbeitung verlassen hat und wohl mit dem kommenden Luminar NEO den nächsten step macht, wird Adobe wohl aufgewacht sein und ihren Status quo als Branchenprimus hinterfragen müssen. Für Kunden wie uns Fotografen ist das großartig, denn du weißt ja: Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber eins noch, das Luminar 11 Update zeigt ganz klar: KI wird nun auch von den großen in der Branche konsequent verfolgt und es entsteht Druck seitens der Mitbewerber, aber vielmehr seitens der Kunden. Denn Adobe Lightroom bleibt ein relativ teures Abo-Modell, wo sich in Zeiten der immer werdenden Paywalls mit vielen Abos, der Kunde sehr genau überlegt, ob es nicht auch Luminar oder Affinity  Photo tut.

 

Lightroom 11.0 – ist Photoshop nun überflüssig?

Sicher, das ist eine hervorragende Frage und die Antwort ist hier wie oft: Es kommt drauf an!
Bist du der Typ Fotograf, der generell nicht viel Bearbeitung macht und mit den Standard-Korrekturen auskommt, dann ganz klar Ja!

Die neuen Funktionen mit „Himmel auswählen“, „Motiv auswählen“ ergänzen die schon da gewesenen Werkzeuge um den Radial- und Verlaufsfilter. Das Beste daran ist aber, dass du nun Ebenen anlegen kannst. Du kannst die verschiedenen Auswahlen voneinander abziehen, addieren oder zusammenfassen. Und wichtig ist noch: Farb- und Luminanzbereiche sind nun deutlich einfacher und im entsprechenden Menü separiert. Damit zusammen liegt der selektiven Bildbearbeitung eigentlich kein Stein mehr im Weg.

Für Fotografen welche überwiegend Reportage-, Dokumentar-,  Landschafts- und Hochzeitsfotografie betreiben ist Lightroom sicher völlig ausreichend. Photoshop hat aber dennoch eine große Daseins-Berechtigung, denn es kann eine Menge mehr.
Aufwändige Retuschen, Verformungen, 3D-Bearbeitungen, Komposings, Animationserstellungen und und und – du merkst, Lightroom ist und bleibt eine klassische Software für Bildbearbeitung auf dem ersten und nun auch zweiten Level.  Vereinfacht gesagt ist Lightroom die Krankenschwester und Photoshop der Facharzt.
Grade auch Porträt-Fotografen werden meiner Meinung nach noch nicht vollumfänglich abgeholt. Die Gestaltungsoptionen um Retusche sind in Lightroom eher sporadisch und nicht wirklich nützlich. Da hilft die KI-gestützte Erkennung von Personen auch nicht viel weiter.

Es bleibt also spannend, wie sich Adobe in Zukunft mit Lightroom positionieren wird. Ich gehöre zu den Fotografen, die sich mit dem neuen Update eine Menge Zeit ersparen. Photoshop wird in meinem persönlichen und beruflichen Alltag eine immer geringere Rolle spielen.

 

 

Wer hier schreibt

Hi, ich bin Stefan Franke und lebe in Fulda. Ich liebe das Laufen, Reisen und Fotografieren. In meinem Blog schreibe ich über fotografische Themen, inspirierende Künstler, spannende Technik oder über das Leben und Reisen. Ich bin ausgebildeter Fotograf, Mediengestalter und seit über 12 Jahren als Fotograf unterwegs. Auf dem Bild siehst du mich auf der Chinesischen Mauer, während eines spontanen Selfies. 

Stefan Franke auf der Chinesischen Mauer
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Susan Sontag erötert die Beziehung der Fotografie zur Kunst, zum allgemeinen Bewusstsein, zur Realität und diskutiert die Arbeiten der berühmten und entscheidenden Fotografen des 20. Jahrhunderts – und die Enstehung einer Ästhetik, die es vor der Fotografie nicht gab. Das Buch ist über 40 Jahre alt, aber aktueller denn je. 

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