Sony Alpha 9 Test – Erfahrungen nach 4 Jahren mit der A9

Übersicht

Sony Alpha 9 Test – Erfahrungen nach 4 Jahren – Mein Langzeitfazit

In den letzten Jahren habe ich so einige Kameras besessen von Nikon über Fuji und nun zu Sony. Klar eine Kamera ist immer nur ein Werkzeug aber als Fotograf ist eine Kamera eben mehr als ein Werkzeug. Sie ist dein täglicher Begleiter, ob nun für die Leidenschaft zur Fotografie oder aus beruflichen Gründen. Doch die richtige Kamera zu finden ist im Jahr 2021 alles andere als leicht, denn der Markt ist übersättigt mit Kameras. Das beginnt bei kleinen Kompaktkameras über APS-C Kameras, Vollformat Kameras und mittlerweile sogar Mittelformatkameras die allesamt erschwinglich sind.

Ich bin der Meinung eine Kamera muss nicht jedes Jahr ausgetauscht werden und schon gar nicht bei dem Stand der heutigen Technik. Die Sensoren und die Kameras selber sind so gut das, wenn du jetzt eine neue Kamera kaufst diese auch über viele Jahre nutzen kannst.

Für mich ist eben eine dieser Kameras, die ich seit Jahren benutze die Sony Alpha 9. Zur Kamera selber habe ich bereits einen Review geschrieben und meine Erfahrungen geteilt.

In diesem Beitrag geht es vielmehr darum meine Langzeiterfahrungen mit dir zu teilen. Denn ich glaube, für viele Fotografen ist genau dieser Aspekt von großem Interesse. Wie lange hält eine Kamera langfristig? Welche Probleme ergeben sich mit dir? Wie steht es um Haptik und Verarbeitung? Diese Fragen werde ich in diesem kurzen Review zur Sony Alpha 9 nach 4 Jahren Nutzung kurz aufzeigen.

 

Ein wichtiges Fazit vorweg: Ich bin der Meinung die Sony Alpha 9 ist auch im Jahr 2021 eine hervorragende Kamera. Gerade jetzt: Wo sie mittlerweile im unteren bis mittleren Preissegment der Vollformatkameras ist, bietet sie für den Preis eine unvorstellbar große Liste an Features.

 

sony alpha 9 test erfahrungen nach 4 jahren 10
sony alpha 9 test erfahrungen nach 4 jahren 10

Das wichtigste: wie stets damit um die Bildqualität im Jahr 2021?

“Leider” hat die Sony Alpha 9 einen elektronischen Verschluss, sodass ich die exakten Auslösungen der beiden Kameras, die ich habe, nicht auslesen kann. Ich vermute aber ich habe weit über 500 000 Fotos mit beiden Bodys gemacht. Das geht von Hochzeiten über Kunden Shootings, Urlauben und über tägliche kleinere Einsätze. Die Kamera hat sich stets in allen Momenten bewährt, in der Bildqualität konnte ich seit den letzten vier Jahren keine Einschränkung feststellen. Natürlich braucht die Kamera auch bzw. der Sensor ab und an eine Reinigung, um Staub und leichte Verschmutzungen zu entfernen. Gerade durch den elektronischen Verschluss sehe ich in der Langlebigkeit der spiegellosen Systeme einen großen Vorteil zu klassischen Spiegelreflexkameras.

Der Sensor bietet 24 Megapixel und ist damit auch im Jahr 2021 exakt im sogenannten Sweetspot. 24 Megapixel sind einfach nicht zu viel und aber auch nicht zu wenig. Zudem ist diese Dateigröße hervorragend handelbar, gerade mit dem geringen Kostenpunkt für Festplatten und Speicherkarten. Aber ich gebe zu, auch ich liebäugle schon länger mit einer Kamera, die etwas höher auflöst, wie z. B. die Sony Alpha 7RIII. Das liegt einfach daran, dass ich die Anforderungen geändert haben. Viele Kunden fragen nach hochauflösenden Material. Außerdem bieten Auflösungen über 40 Megapixel tolle Möglichkeiten Ausschnittvergrößerungen zu machen.
Trotz alledem: 24 Megapixel ist für die meisten die ideale Auflösung, das wird sich so schnell auch nicht ändern.

 

 

Wie stark sind Abnutzungserscheinungen am Gehäuse?

Ein weiterer Aspekt moderner spiegellosen Kameras ist ihre Langlebigkeit in Bezug auf Verarbeitung und Handling des Kameragehäuses. Überraschenderweise muss ich nun nach vier Jahren zu geben, die Lackierung und die doch eckige Gestaltung des Gehäuses halten erstaunlich gut. Nach den ersten Monaten hatte ich eher das Gefühl, dass das Gehäuse und der Lack sich schnell löst. Heute kann ich das aber nicht bestätigen. Natürlich gibt es an der ein oder anderen Stelle Lackabrieb, sodass das Aluminium zu sehen ist, denn noch halten sich alle Abnutzungserscheinungen in einem positiven Rahmen.

Da die Sony Alpha 9 nur über 2 größere Gummierungen verfügt gibt, es hier auch wenig Angriffsfläche in Bezug auf die Abnutzung. Insbesondere die Rückseite der Kamera, wo der Daumen aufliegt, ist überraschend gut verarbeitet. Hier konnte ich auch nach 4 Jahren und etlichen Stunden Nutzung keine Probleme feststellen.

Die Einstellräder und Buttons der Kamera sind auch nach dieser langen Zeit in sehr gutem Zustand. Einzige Ausnahme bildet hier der AF-ON Button der durch die häufige Nutzung (hier habe ich den Autofokus draufgelegt) deutliche Abnutzungen hat.
Was mich in den letzten Jahren mit der Kamera mehr und mehr stört, ist der Druckpunkt dieser Knöpfe. Bei den neueren Modellen ist der Knopf vergrößert worden und ein Drücken dieser Taste ist deutlich angenehmer geworden. Hier schwächelt die Sony Alpha 9 etwas und vergibt wichtige Punkte in puncto Ergonomie und Langlebigkeit.

Eine Sache die wohl bei allen Systemkameras früher oder später auffällt, ist der Verlust der Augenmuschel, die den optischen Sucher schützt und eine angenehme Durch Schau für das Auge ermöglichen soll. Ich glaube, ich habe diese schon fünfmal verloren und habe mittlerweile keine Lust mehr hier ständig 20 € auszugeben um eine neue zu kaufen. Wieso es die Kamerahersteller nicht schaffen einen Schließmechanismus einzubauen der langfristig und sicher hält, kann ich nicht verstehen.

Das Akkufach und der Speicherkartenslot funktionieren nach wie vor einwandfrei, die Verschlüsse und Schließmechanismen sind hier auch für Langlebigkeit entwickelt worden.

Übrigens: weil das Thema zwei Kartenslots immer wieder aufkommt. Ich habe seit über 10 Jahren als Fotograf noch nie eine Speicherkarte verloren bzw. hatte ich noch nie eine kaputte Speicherkarte. Für mich hätte es auch eine Speicherkartenslot getan. Aber das Gefühl, dass die Bilder beim Entstehen gleichzeitig auf zwei Karten landen gibt schon eine Extraportion Selbstbewusstsein.

 

 

Die Ergonomie: zu klein oder doch zu groß?

In letzter Zeit habe ich das Gefühl der Trend, das spiegellose Kameras immer kleiner werden ist vorbei. Eine Canon EOS-R ist mittlerweile deutlich größer als die Sony Alpha 9. Zur Markteinführung im Jahr 2017 war die Sony die kleinste ihrer Klasse mit der höchsten Performance. Nach dieser langen Zeit mit der Kamera bin ich etwas zwiespältig, was die Größe betrifft. Zum einen hat sie ein angenehmes Gewicht und ist leicht zu verstauen, zum anderen fehlt etwas Ergonomie im Griffbereich. Insbesondere der kleine Finger hängt unter dem Kamerafach durch. Das stört vor allem bei längeren Einsätzen und lässt die Kamera nicht so schön in der Hand liegen, was auch irgendwie den Spaß an der ganzen Sache mindert. Zum Vergleich habe ich die Sony Alpha 6600, hier ist der Griff deutlich tiefer und es macht richtig Spaß, die Kamera zu halten.

Die Sony Alpha 9 Mark 2 wurde hier hingegen deutlich verbessert, das konnte ich meinen Review zur A9II schon feststellen.

Was wir in all der Zeit besonders positiv auffällt ist, dass die Sony auf der linken Kamera-Oberseite ein zusätzliches Wahlrad hat. Hier kannst du die Serienbildgeschwindigkeit einstellen und zwischen den verschiedenen AF-Modi wechseln. Ich finde das äußerst praktisch, denn gerade das Sony-Menü der alten Versionen ist nicht gerade freundlich. Bei der Sony Alpha 7 zb. stört mich enorm der eingeschränkte Bedienungsumfang durch das fehlende Einstellrad auf der Oberseite.

Ich empfehle die Sony Alpha 9 also für Leute die eher kleinere Hände haben oder denen ein kompaktes Maß der Kamera wichtig ist.

Die Ergonomie ist insgesamt dadurch eher im mittleren Bereich anzusiedeln. Größere Spiegelreflex-Systeme oder aktuelle spiegellose Kameras bieten mehr Komfort. Ich denke aber das ist insgesamt verkraftbar, denn die Kamera macht in allen anderen Punkten nach wie vor einen hervorragenden Job.

 

Durch alle Gezeiten: die Wetterfestigkeit

Ich war mit der Sony Alpha 9 in Neuseeland, Portugal, Thailand, Irland und China. In all diesen Ländern und auch auf sonst auf all meinen Einsätzen habe ich mich wenig um den Schutz vor Regen und Nässe gekümmert.
Und tatsächlich: Die Kamera funktioniert heute noch einwandfrei. Im Sony Alpha 9 Test kann ich die Besorgnisse der Wetterfestigkeit nicht ganz nachvollziehen und verstehe auch die Aufregung nicht. Normaler Regen und ein normaler Umgang in der Natur ist für die Sony Alpha 9 auf jeden Fall kein Problem. Viel wichtiger ist, dass die Objektive abgedichtet sind und an der Bajonett-Rückseite einen Gummiring verfügen. Denn das verhindert das Eindringen von Wasser in das Kameragehäuse bzw. Objektiv.

 

Auf der Höhe der Zeit: ist die Technik noch ausreichend?

Eigentlich müsste ich diese Frage hier gar nicht stellen, denn wer sich die Features und die Ausstattung der Sony Alpha 9 durchliest wird bemerken, dass hier nach wie vor die allermeisten Kameras das Nachsehen haben.

24 Megapixel, 20 Bilder pro Sekunde, ein hervorragendes ISO Rauschverhalten, ein elektronischer Verschluss mit einer schnellen Auslesezeit ermöglicht es den mechanischen Verschluss in fast allen Situationen ruhen zu lassen. Der Sucher löst mit 5 Millionen Bildpunkten ausreichend hoch auf und beim Fotografieren gibt es kein Schwarzbild zwischen den Bildern (Blackout-Free).

Zig weitere Features machen die Kamera auch 4 Jahre nach ihrer Einführung zu einem Profi-Gerät!

 

Mein Fazit

Mein Fazit nach 4 Jahren mit der Sony Alpha 9 ist insgesamt sehr positiv. Die Kamera hat in allen Belangen abgeliefert. Wenn du also eine Vollformatkamera mit ausgezeichneter Ausstattung suchst und deinen Geldbeutel so wenig wie möglich belasten willst, dann ist diese Kamera im Jahr 2021 ihr Geld echt wert.

Ich würde behaupten jetzt ist, der ideale Zeitpunkt eine Sony Alpha 9 zu kaufen. Der Straßenpreis liegt mittlerweile bei 2500 Euro. Das entspricht etwa 50 % weniger, als zur Markteinführung im Juni 2017.

Ein ausführlichen und technischen Test zur Alpha 9 gibts hier zum Vertiefen.

 

Wer hier schreibt

Hi, ich bin Stefan Franke und lebe in Fulda. Ich liebe das Laufen, Reisen und Fotografieren. In meinem Blog schreibe ich über fotografische Themen, inspirierende Künstler, spannende Technik oder über das Leben und Reisen. Ich bin ausgebildeter Fotograf, Mediengestalter und seit über 12 Jahren als Fotograf unterwegs. Auf dem Bild siehst du mich auf der Chinesischen Mauer, während eines spontanen Selfies. 

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